HF-schwarz-schattiert-1-1-1536x1536

HOLY FUT

HOLY FUT ist ein Label von und für Frauen mit einer aufklärenden und provozierenden Philosophie. 
Das Label entstand ursprünglich aus einem Universitätsprojekt von Design und Produktmanagement Studentinnen. Aufgabestellung war es, ein T-Shirt zum Thema Diversity zu kreieren. Schnell war klar, dass sie daraus ein eigenes langfristiges Projekt mit Fokus auf feministische und kirchenkritische Themen starten wollen. HOLY FUT soll auf verschiedenste Ungerechtigkeiten, die Frauen weltweit jeden Tag erfahren, aufmerksam machen und vor allem einen Unterschied und Aufklärung bewirken. Provokant-ästhetische Designs und harte Fakten, welche nicht immer leicht verdaubar sind, bilden dabei den Treibstoff. Bei HOLY FUT wird die Frau und die weibliche Form ordentlich, aber nicht brav, zelebriert.

Sophie Salhofer und Selina Petschenig von HOLY FUT erzählen mir in einem Plausch über die Geschichte, Hintergründe und Philosophie hinter HOLY FUT.
„Ursprünglich hieß das Label nur FUT, da der Begriff gleich mal Aufmerksamkeit erregt und einfach „straight in your face ist“ so Sophie. Das „HOLY“ etablierte sich er später – als Verweis auf katholische Kirchenkritik und der christlichen Bildsprache, welche bei dem Label eine große Rolle spielen.
Als Inspiration dienten vor allem polnische Aktivistinnen, die das Bildnis der Muttergottes von Tschotschenau mit einem Regenbogen hinterlegten und für diese unchristliche Tat fast in den Hefen gingen. Daraus entstand das Leitmotiv der sogenannten „Pussy Madonna“ Reihe bei HOLY FUT. Geplant sind vier Pussy Madonnen. Alle sollen auf Themen wie unter anderem häusliche Gewalt, Vaginalbeschneidungen und HIV aufmerksam machen. Das aktuelle Motiv „Ela“ befasst sich mit der FGM und HIV in Afrika.

HOLY FUT fällt auf, weil es provoziert. Erst auffallen dann aufklären. Außerdem lädt Provokation bekanntlich zum Diskurs ein, was HOLY FUT mit unter erreichen will.
HOLY FUT reizt mindestens genauso gerne, wie sie sich für Sozialprojekte einsetzen. Wie zum Beispiel für FAIRYTALE.org, welche sich zum Ziel gesetzt haben, Frauen aus der Sexarbeit in Kenia zu holen. 10% des Umsatzes der verkauften Produkte geht an diese Organisation, die Frauen vor Ort dahingehend unterstützt eine eigene Existenz aufzubauen, Arztrechnungen zu bezahlen oder den Kindern der betroffenen Frauen Schuldbildung zu ermöglichen.

Damit ihr ein Bild von den Frauen hinter HOLY FUT bekommt, durfte ich ihnen ein paar Fragen stellen.

Was verbindet ihr mit Wien?
Sophie: Ja also ich bin vor sechs Jahren nach Wien gekommen, ich komm ja aus Salzburg und für mich war‘s einfach eine ganz neue Welt und Weltoffenheit. Ich mein, es gibt natürlich den Wiener Grant (lacht) aber das Lebensgefühl ist ein ganz anderes. Man hat viel mehr Möglichkeiten und ich lieb‘ die Leute. Ich lieb‘s, wenn man sich am Abend in eine bar hockt und sich mit 20 Leuten austauschen kann und so interessante Menschen kennenlernen kann. Das ist einfach wahnsinnig inspirierend für mich. Also ich glaub das mag ich am liebsten an Wien. Es holt halt einfach Leute von überall her, das macht Wien für mich einfach sehr sehr lebenswert. 
Selina: Also mit Wien verbind ich ziemlich viel. Vor allem freie Kunst und freie Ausdruckweise. Man kann in Wien man selbst sein, egal wie man angezogen raus geht, man wird nicht mit komplett schrägen Blicken angeschaut. Ich komm ursprünglich aus Klagenfurt und wenn man sich ein bissi ausgefallener anzieht, schauen die Leut‘ einen einfach sofort an und man wird komisch angeredet. Das ist etwas, was man in Wien zum Beispiel echt selten erlebt. So wie Sophie auch sagt, dass man auf Partys oder wo auch immer wildfremde Leute kennen lernt und man mit jedem kommunizieren kann. Diese Internationalität gibt einem ein ganz anderes Lebensgefühl, dieser Austausch, den man sonst nicht kriegt. Man trifft sich mit jemandem, man redet über die unterschiedlichsten Themen und auf einmal ist ein ganz anderer Input da.

Woher nehmt ihr eure Inspiration?
Sophie: (lacht) für unsere Designs eigentlich ziemlich aus dem Kirchlichen. Und aus den verschiedenen Kulturen die wir eben versuchen darzustellen – mit so viel Respekt wie möglich. Die kirchliche Bildsprache find ich extrem interessant, dieses over the top teilweise, dieses hardcore kitschige find ich ganz lustig und ziemlich am Zahn der Zeit. 
Selina: Ich würd‘ auch behaupten, dass wir ziemlich viel Inspiration durch andere Menschen kriegen – von Gesprächen mit anderen. Man redet über ein Thema das man grad bearbeitet und dann kommen ein, zwei Fragen dazu und dann denkt man gleich wieder anders. Man kriegt schon sehr viel Einfluss durch andere Personen und das ist etwas, was wir gottseidank durch die Connections die wir haben und durch die Leute die wir kennenlernen bekommen. Man kriegt einfach immer wieder Inputs für Themen, die man in Zukunft behandeln möcht. 

Was ist eure liebste Art euch kreativ auszudrücken?
Sophie: Bei mir war‘s eigentlich immer Malen oder Gesang. Also das sind meine Lieblingskünste. Ich komm auch aus einer sehr musikalischen Familie und mein Freund ist auch Sänger in einer Band. Es sind einfach echt viele Musiker um mich herum. Gesang und Malerei definitiv. Zurzeit mal ich sehr viel digital weil ich‘s sehr spannend finde so Procreate und diese ganzen Programme zu entdecken, das find ich echt sehr cool. Ich hatte jahrelang eigentlich kein Tablet oder Apple Pencil oder was auch immer und jetzt male ich nur noch damit. Früher hab‘ ich sehr viel Acryl gemalt und kleine Aquarelle oder Bleistift.
Selina: Bei mir ist es auch das Malen. Ich liebe es zum Beispiel anderen Leuten kreativen Input zu geben. Also wenn jemand ein Projekt bearbeitet und irgendwo ansteht und eine Lösung braucht für irgendein Problem. Ich kommuniziere gerne mit Menschen und da ist dieses kreative Back- und Inputten für mich die kreative Arbeit und das gefällt mir voll gut. Wenn jemand herkommt und sagt „boah da steh ich voll an, gib mir einen Tipp!“ dann bin ich eine der Ersten die sagt: ok ich hab schon eine Lösung für dich. 

Worauf seid ihr besonders stolz?
Selina: Ich bin sehr stolz drauf, dass ich mit jungen 21 Jahren behaupten darf, dass ich gewisse Sachen schon erreicht hab und vor allem, dass HOLY FUT vor kurzem erst gestartet ist und schon so viel positives Feedback und Andrang bekommen hat. Dass die Leute sagen, wow wo kann ich das herkriegen und so. Das macht mich sehr stolz. Vor allem dadurch, dass das eigentlich nur ein FH Projekt war, wird das jetzt immer größer. Es macht mich auch sehr stolz mit jemandem wie der Sophie zusammen arbeiten zu dürfen, weil das was komplett Neues ist. Ein sehr besonderes, bestärkendes Gefühl ist das. 
Sophie: Ja das mit HOLY FUT ist bei mir auch so. Ich bin stolz darauf, dass es einen positiven Anklang findet bei den Leuten. Ich hab‘ wirklich nicht erwartet, dass wir so viel positives Feedback bekommen und auch in der Gemeinschaft arbeiten zu können. Ich glaub ich würd‘ das stolz auf dankbar umändern. Ich bin sehr dankbar für sehr viele Dinge in meinem Leben. Ich glaub, ich bin da etwas zu humble teilweise (lacht). Ich weiß irgendwie nicht so genau wie viel davon ich mir selbst dann akkreditieren darf. Ich bin auf jeden Fall sehr dankbar und stolz auf die Dinge und Konzepte, die ich in meinem Leben gestalten durfte. 

Wenn ihr einen Wunsch frei hättet welcher wäre das?
Sophie: Ich könnt mir jetzt auch Weltfrieden oder so wünschen, aber ich würd‘ mich wahnsinnig gerne beamen können. An verschiedenen Orten helfen können. Beamen wäre das Geilste weil ich find nix anstrengender als 15h in einem Bus zu sitzen. Das Reisen an sich find ich sehr sehr fad. Ich würd‘ gern an so vielen Orten, mit so vielen Leuten wie nur möglich sein und da wäre beamen mein Number One Wish. Ich bin sehr ungeduldig, also beamen passt.
Selina: Ich würd‘ gern die Zeit stillstehen lassen. Einfach um meine ganzen Projekte fertig zu bekommen. So zu sagen, jetzt machen wir mal einen Stopp und dann kann man mal 12h in Ruhe arbeiten ohne, dass die Zeit verloren geht, weil gefühlt ist immer zu wenig Zeit da. 
Sophie: Ja und natürlich wünschen wir uns Weltfrieden. 

Lass es die ganze welt wissen!

Share on facebook
Share on whatsapp
Share on twitter
Share on email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.